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10.06.2016

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer - Frühlingserwachen im Mittelstand

News der KfW Bankengruppe

Laut dem aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer lassen sich die deutschen Mittelständler die Laune durch konjunkturelle Risiken wie das anstehende Brexit-Referendum nicht verderben. Im Gegenteil: Im Mai verbessert sich das mittelständische Geschäftsklima kräftig um 3,0 Zähler auf den mit 15,4 Saldenpunkten bisher höchsten Stand des Jahres.

Beide Komponenten des Indikators seien deutlich im Plus: Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage stiegen um 3,4 Zähler auf 27,0 Saldenpunkte, die Geschäftserwartungen legten um 2,7 Zähler auf 3,9 Saldenpunkte zu.
 
In den stärker international ausgerichteten Großunternehmen herrsche hingegen weiter Skepsis. Neben den ungeklärten Fragen in Europa prägten die Rezessionen in Russland und Brasilien sowie die Wachstumsabschwächung in China das globale Bild. Von daher sei nachvollziehbar, dass ihre Stimmung merklich gedämpfter bleibe als die des Mittelstands. Allein die im Vergleich zum Vormonat verbesserten Lageurteile ließen das Geschäftsklima der großen Firmen im Mai wenigstens moderat steigen. Die Geschäftserwartungen träten demgegenüber praktisch auf der Stelle und bewegten sich nun bereits zum fünften Mal in Folge unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts.
 
Der Blick in die Branchen bestätige, dass die Sorgen momentan vor allem vom internationalen Umfeld ausgehen, wohingegen die Binnennachfrage für konjunkturelle Zuversicht sorge. Der Geschäftsklimaindikator der großen Firmen des Verarbeitenden Gewerbes gebe etwas nach. Die gegenüber globalen Nachfrageschwankungen besonders exponierte Großindustrie bleibe damit mit einigem Abstand das Schlusslicht der Stimmungstabelle, genauso wie in den drei Monaten zuvor. Bei den großen Baufirmen präsentiere sich die Stimmung im Vormonatsvergleich ebenfalls weniger gut, doch das falle angesichts des weiterhin sehr hohen Niveaus dieses volatilen Teilindikators nicht ins Gewicht. Demgegenüber erklimme das mittelständische Bauklima im Mai ein neues gesamtdeutsches Allzeithoch, vor allem wegen der extrem guten Bewertung der laufenden Geschäfte. Das unterstreiche die zurzeit ausgezeichnete konjunkturelle Verfassung dieser Branche. Doch auch in den übrigen Segmenten – industrieller Mittelstand, Einzel- und Großhandel – sorge der Mai für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung.
 
„Der deutsche Aufschwung hält Kurs – mit dieser Botschaft lassen sich die Mai-Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers auf den Punkt bringen“, sagte Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Nach dem starken Jahresauftakt sei zunächst eine Verschnaufpause im zweiten Quartal zu erwarten, ab Jahresmitte werde die Konjunktur aber wieder spürbar an Schwung gewinnen. „Die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollten sich nach und nach aufhellen und die verlässlichen Impulse der Binnennachfrage verstärken. Ich erwarte ein Wirtschaftswachstum von 1,7% in diesem und 1,8% im kommenden Jahr“, so Zeuner weiter. Ein Schlüsselereignis sei jedoch das bevorstehende Referendum der Briten über den Verbleib in der EU, das kurzfristig eines der Hauptrisiken für die Konjunktur darstelle. „Sollten sich die Briten am 23. Juni für einen ‚Brexit‘ entscheiden und damit die Fliehkräfte in Europa in eine andere Dimension heben, werden wir unsere Konjunkturprognose überdenken.“

Quelle: KfW Bankengruppe

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer Mai 2016 finden Sie hier.