Förderbeispiele

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AHP Merkle Gottenheim

Die Krise nutzen

Baden_Würtemberg

Fast zeitgleich mit dem Baubeginn für den neuen Unternehmenssitz brach beim Hydraulik-Zylinderhersteller AHP-Merkle der Umsatz ein.

Doch die Entscheidung für den Neubau stand. Finanziert wurde der Neubau unter anderem mit Unterstützung der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg.

In der Krise die Chance sehen – dass das möglich ist, haben Christen und Gerhard Merkle unter Beweis gestellt. Als zeitgleich zum Baubeginn ihres neuen Firmengebäudes der Umsatz einbrach, entschieden sich Junior- und Senior-Chef gegen Kurzarbeit. Stattdessen hat die Merkle-Belegschaft viele Projekte angepackt, die schon lange geplant waren. So wurden Produkte weiterentwickelt, für den Neubau wurde vieles in Eigenleistung erbracht, was Merkle normalerweise an Fremdfirmen vergeben hätte, und das Unternehmen hat einen neuen Katalog produziert, mit dem es jetzt in die Akquise geht.

Mehr als zwölf Jahre lang wuchs der Hydraulikzylinder-Hersteller AHP Merkle konstant. Der Standort March bei Freiburg war immer wieder erweitert worden. 120 Mitarbeiter arbeiteten zuletzt auf insgesamt 4.000 Quadratmetern – verteilt auf vier Hallen. „Mehr Platz und neue Abläufe waren überfällig“, sagt Christen Merkle. Er führt zusammen mit seinem Vater Gerhard Merkle, dem Firmengründer, das Unternehmen. Für einen kompletten Neubau fehlte in March allerdings der Platz. Und so entschieden sich Vater und Sohn zu einer Standortverlagerung ins acht Kilometer entfernte Gottenheim. Die Vorteile des Neubaus mit 5.600 Quadratmetern: Eine optimal organisierte Produktion, kurze Transportwege und genügend Platz für Büroräume.

Hauptabnehmer für Hydraulik-Zylinder sind Automobilzulieferer sowie Werkzeug- und Formenbauer. Und so war auch AHP Merkle 2009 von der Krise betroffen. Fast zeitgleich mit dem Baubeginn brach der Umsatz um 22 Prozent ein. „Doch die Entscheidung für das neue Gebäude stand“, sagt der 42-jährige Diplom-Kaufmann.

Junior- und Seniorchef entschieden sich jedoch gegen Kurzarbeit. Stattdessen packten sie zusammen mit ihren Mitarbeitern Projekte an, die längst auf der Agenda standen, „und für die nun endlich Zeit war.“

In den neuen Standort hat der Betrieb insgesamt 7,5 Millionen Euro investiert. AHP Merkle hatte bereits Anfang der 90er Jahre Kontakt zur Bürgschaftsbank und Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft, als es um eine Finanzierung ging. „Unsere Überlegung war, den Partner, den wir schon kennen und der uns schon kennt, mit ins Boot zu holen. Schließlich bekommt man eher eigenkapitalähnliche Mittel, wenn es einem gut geht.“

Die Finanzierung ist ein Maßnahmenbündel aus Eigenmitteln, Hausbankkredit, einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank plus einer MBG-Beteiligung in Höhe von einer Million Euro. Für 2010 sind Merkle Senior und Junior optimistisch: „Wir haben ein gut eingeführtes Produkt, das wir zu 35 Prozent ins Ausland verkaufen.“ Dass das Geschäft „ jetzt wieder anzieht“ motiviert natürlich. Mit dem neuen Produktionsstandort, der Ende Februar 2010 eingeweiht wurde, dem neuen Produktkatalog und der neuen Image-Broschüre ist der Betrieb gut gerüstet: „Jetzt wollen wir wieder angreifen und in die Akquise gehen.“

Web: www.ahp.de

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