
Förderbeispiele
Basisberlin Berlin
Die Flutwelle im Wasserbecken
BASISberlin ist auf Dienstleistungen der gesamten Palette der Postproduktion vom Schnitt über die Farbkorrektur bis hin zur Tonbearbeitung spezialisiert.
Die BBB unterstützt das Unternehmen mit Bürgschaften und einer Beteiligung der MBG. Das bedeutet für die Filmprofis: Mehr Freiraum für Wachstum.
Ins Kino kann Daniel Weis nicht mehr ganz unbefangen gehen. Besonders die Ohren sind dann ganz gespitzt. Daniel Weis ist Sound-Designer und Aufnahmetonmeister für Foleys (Geräusche). „Wasser“, sagt Weis, „ist ein ganz schwieriges Geräusch.“ Reißende Flutwellen, donnernde Wasserfälle, eine tosende Brandung: Das sind majestätische dramatische Bilder auf der Kinoleinwand, nicht zuletzt wegen der atemberaubenden, manchmal beängstigenden Geräuschkulisse, die Wasser verursachen kann. Doch Vorsicht: Was das Auge sieht, ist nicht unbedingt das, was das Ohr hört. Denn Wasserfall, Brandung und Flutwelle kommen aus einem 1,5 Kubikmeter großen Wasserbecken.
Das Becken steht an Daniels Weis’ Arbeitsplatz. Die Foley-Stage ist zunächst ein akustisch hochwertiger Raum, in dem Mikrofone, Lautsprecher und ein großer Bildschirm stehen. Der hintere Teil, durch einen Vorhang den Blicken entzogen, erinnert an eine Abstellkammer, die schon lange nicht mehr aufgeräumt wurde. Was chaotisch anmutet, hat System. Wenigstens für die „Foleyartists”, die mit den Gegenständen Geräusche erzeugen: Alte Türschlösser, mit denen das Durchladen von Gewehren imitiert wird, die klassische Kokosnussschale für das Pferdegetrappel, Plastiktüten, Werkzeuge, verschiedene Bodenbeläge und unzähliges mehr. „Geräusche-Macher“, sagt Uwe Kiefer, einer der Geschäftsführer der BASISberlin, „sind ganz eigene Menschen.“ Autodidakten meistens, ergänzt Daniels Weis, der aber selbst eine Ausbildung bei SoundVision in Köln absolviert hat. Er sei oft auf Flohmärkten unterwegs, lauschend, denn „gebrauchte Sachen haben einen besseren Klang.
Gemixt werden all die unterschiedlichen Klänge im Tonstudio. Das besteht aus mehreren sogenannten Edit-Suiten, der “Fernseh-Mischung” und der großen „Kinomischung”. Diese Räume sind akustisch völlig von der Außenwelt abgekoppelt. Die aufwändige Konstruktion in der Berliner Media-City in Friedrichshain wurde nach den speziellen Anforderungen der geplanten Nutzung entwickelt.
60 Zentimeter Dämmmaterial und auf Elastomer gelagerte Bodenplatten schlucken jede Schwingung. Die Türen zu den Studios sind 250 Kilogramm-Sonderanfertigungen, die selbst den letzten Türspalt magnetisch verschließen. Jede Suite ist ein Raum in einem Raum, wobei der innere sozusagen im äußeren „schwebt”. Kein Ton kommt rein, keiner geht raus. Im Raum gegenüber, dem Maschinenraum, steht das „Gedächtnis”: Ein Geräuscharchiv von 2.500 Gigabyte.
Besonders stolz sind die Mitarbeiter darauf, dass sie ihre Sound-Erfahrungen in so besondere Produktionen wie dem Wim Wenders-Film „Palermo Shooting“, die auf der Berlinale prämierten Filme „Alle Anderen“ (Silberner Bär 2009) und „Neukölln Unlimited“ (Gläserner Bär 2010) sowie den mit dem Silbernen Löwen 2009 in Venedig ausgezeichneten Film „Women Without Men“ einbringen konnten.
Seit Februar 2010 haben die Berliner Filmexperten ihr Leistungsangebot erweitert: Mit der BASISberlin Medien GmbH sind nun auch komplette Filmproduktionen möglich. Für die ARD entsteht eine Doku-Reihe – ein Roadmovie von Berlin nach Wladiwostok und damit eine Filmreise über rund 13.000 Kilometer.
Web: www.basisberlin.de
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