Förderbeispiele

Förderbeispiele

EBK Gruppe, Teltow

Kleine Stückzahlen für große Kunden

EBK Gruppe

End of Life: Was sich martialisch anhört, ist das Geschäft von Daniel Heidrich, Martin Lehmann und Mitarbeitern bei EBK in Teltow. Sie verlängern das Leben elektromechanischer Komponenten und Produkte. Bei der Übernahme wurden die Geschäftsführer von der Bürgschaftsbank Brandenburg unterstützt.

„Jedes Bauteil hat seinen Lebenszyklus, der durch technische Entwicklungen ständiger Veränderung unterliegt“, erklärt Geschäftsführer Daniel Heidrich. „Ein Bauteil wird entwickelt, in hohen Stückzahlen produziert und am Ende seines Lebenszyklus’, der sogenannten End of Life-Phase – nur noch in sehr kleinen Stückzahlen angefertigt. Hier kommen wir ins Spiel.“

Im Rahmen ihrer „Nachlieferverpflichtung“ gewährleisten Hersteller für bis zu 50 Jahre die Lieferung älterer Bauteile, zum Beispiel für die Automobilindustrie oder die Eisenbahnverkehrstechnik. Produktionsanlagen, auf denen diese Teile gefertigt werden, sind Investitionsgüter, die sich nur bei voller Auslastung rentieren. Zudem beanspruchen sie Platz. Anlagen für kleine Stückzahlen aus Nachlieferverpflichtungen einfach mal „anzuschmeißen“, ergibt einen unwirtschaftlichen Ertrag pro Quadratmeter Produktionsfläche. Eine Rechnung, die für die EBK-Kunden nicht attraktiv ist.

EBK übernimmt im Auftrag großer Unternehmen wie Bosch oder Deutsche Bahn die Produktion kleiner Stückzahlen elektromechanischer Bauteile, die unter anderem in der Motorentechnik, in Einspritz- oder Zuluftsystemen und in der Automobil- oder Kraftwerksindustrie zum Einsatz kommen. Manchmal werden dafür ganze Produktionsanlagen aus den ursprünglichen Herstellerbetrieben nach Teltow verlagert, wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Produktion erfolgt nach Qualitätsstandards des Original-Herstellers.

Bereits 2012 hatte der Wirtschaftsingenieur Klaus Ertel das Unternehmen EBK mit Standorten in Berlin, Teltow und Rathenow im Rahmen einer Altersnachfolge vom Gründer erworben. Zwanzig Jahre zuvor war die EBK im Rahmen eines Management-Buy-Out aus der Siemens AG ausgegründet worden. Über einen gemeinsamen Geschäftskontakt hatten sich Ertel und der Gründer 2012 kennengelernt und innerhalb eines Jahres alles Notwendige veranlasst. Die Nachfolge war damals vorbildlich vorbereitet, EBK kein nur auf den Unternehmer zugeschnittener Betrieb. Er verfügte über ein funktionierendes Management-Team, zu dem auch Daniel Heidrich als angestellter Geschäftsführer und Martin Lehmann als kaufmännischer Leiter zählten. Beiden war bereits 2012 das Unternehmen angeboten worden. Beide fühlten sich damals noch nicht „bereit“.

Doch schon nach der Unternehmensübernahme durch Ertel waren Daniel Heidrich und Martin Lehmann zu 100 Prozent für das operative Geschäft verantwortlich und maßgeblich an der ausgezeichneten Unternehmensentwicklung der letzten drei Jahre beteiligt. Im Januar 2014 waren beide dann „bereit“. Beim Verkauf des Unternehmens durch Ertel nutzten sie das ihnen eingeräumte Vorkaufsrecht und finanzierten die Übernahme mit Hilfe einer Bürgschaft.

140 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit. Der Umsatz liegt stabil zwischen 12 und 15 Millionen Euro.

www.ebk-gruppe.com


Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH
Gabriele Köntopp 
Dr. Miloš Stefanović
Schwarzschildstraße 94
14480 Potsdam

www.bbimweb.de