Förderbeispiele

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Harzer Baumkuchen, Wernigerode

Schicht für Schicht zum Erfolg

Harzer Baumkuchen

Eine eigene Konditorei war Ziel von Christian Feuerstack, mit 19 als Jüngster seines Lehrgangs. Die Chance bot sich, als der Inhaber einer Baumkuchenbäckerei einen Nachfolger suchte. Jedoch der Kaufpreis hätte den jungen Meister überfordert. Mit Hilfe der Bürgschaftsbank gelang die Finanzierung.

Christian Feuerstack taucht die Kelle in die Teigwanne und lässt dann die flüssige Masse aus Eiern, Butter und Mehl behutsam über die Backwalze laufen, die sich vor dem Gasfeuer dreht. Langsam führt er die Kelle entlang der Walze, bis diese gleichmäßig von einer dünnen Schicht umhüllt ist. Sobald sie Farbe bekommt, greift er erneut zur Kelle: Aufkellen. Backen. Warten. Bis zu elf Mal: „Das macht Baumkuchen so aufwändig, man muss die ganze Zeit daneben stehen“, erklärt der neue Inhaber des Wernigeröder Konditoreicafes „Harzer Baumkuchenhaus Nr. 1“. Den Namen hat das feine Gebäck erhalten, weil es Schicht für Schicht wächst so wie die Jahresringe eines Baumes. Würde Christian Feuerstacks Alter in Jahresringen gemessen, wäre er ein schlanker junger Baum. Fest verwurzelt im heimatlichen Harzland. Seinen Weg in die süße Zunft ging er ganz zielstrebig: gleich nach der Konditorlehre zur Meisterschule in Stuttgart. Die Prüfung bestand er mit Bestnoten. Zu den Meisterstücken gehörte ein Baumkuchen, dieser ist ein Symbol des deutschen Konditorenhandwerks.

Fünf Jahre lang sammelte Feuerstack als Backstubenleiter in Niedersachsen Erfahrungen – und verlor niemals sein Ziel aus den Augen, eine eigene Konditorei zu führen. Die hatte er schon zu Hause im Blick: Das Harzer Baumkuchenhaus Nr.1 – das Bäckereicafe wurde in Baumkuchen-Form gebaut – gehörte dem Wernigeröder Rolf-Dieter Friedrich, der Anfang der 1990er Jahre die handwerkliche Tradition der Baumkuchenbäckerei im Harz wiederbelebt hat.

Da er keinen Nachfolger aus der Familie hatte, stieß das Interesse des jungen Konditormeisters schnell auf Gegenliebe. Bei Feuerstack konnte Friedrich, als er sich zur Ruhe setzte, auf eine Weiterführung in seinem Sinne vertrauen. Nur der Kaufpreis war für den 27-jährigen Nachfolger schwer zu stemmen: „Ich habe aber schon im Vorfeld mit der Handwerkskammer und einem Betriebsberater gesprochen. Sie haben die Bürgschaftsbank empfohlen“, erzählt Feuerstack. Weil das auf Zukunft ausgerichtete Konzept, Zahlen und fachliche Eignung stimmen, arbeitete die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der kreditierenden Sparkasse an einem schlüssigen Finanzierungskonzept. Anfang 2014 erfolgte die Bürgschaftszusage.

Der neue Eigentümer hat in seinem ersten Jahr den Umsatz mit jahreszeitlich wechselnden Baumkuchenspezialitäten erhöhen können. Kreativität ist wichtig, weil Baumkuchen als Saisonprodukt gilt. Firmen deutschlandweit ordern die Leckerei als Weihnachtspräsent, sogar deutsche Unternehmen im Ausland bestellen Harzer Baumkuchen. Ganzjährig gut laufen Dekor-Baumkuchen für Geburtstagsfeiern und Hochzeiten. Konditormeister Feuerstack setzt vor allem auf den Direktvertrieb in der Region: „Weil wir kein Industriebäcker sind, sondern ein Spezialist mit handwerklicher Fertigung in hoher Qualität.“

www.harzer-baumkuchen.de


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