Förderbeispiele

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Rotor Film, Potsdam-Babelsberg

Fliegende Töne

Rotor Film

Rotor Film GmbH aus Potsdam-Babelsberg ist die größte Kinomischung Europas und die einzige, die beide Verfahren für die Vertonung von Kino- und Fernsehfilmen verwendet. Dafür hat sie einen Kinosaal mit modernster Technik ausgestattet - mit Unterstützung der Bürgschaftsbank Brandenburg.

Indiana Jones schwingt sich durch den Raum, der weiße Hai taucht bedrohlich aus der Tiefe auf und im Dunkeln lauern die bedrohlichen Bewohner des Jurassic Park. Die Töne vieler ikonischer Filmmusiken fliegen nur so durch den Saal des ehemaligen Studiokinos in Potsdam-Babelsberg. Eine Freude für Cineasten und ein akustisches Erlebnis wie eine Naturgewalt. Zwei Minuten lang ist der Trailer, den die Rotor Film GmbH für die Neueröffnung des legendären Berliner Kinotempels „Zoo-Palast“ produziert hat. 500 Tonspuren für 120 Sekunden. Die Musik ist eigens mit dem Babelsberger Filmorchester dafür aufgenommen worden. Auch wer bei den Internationalen Filmfestspielen vor der Kinoleinwand sitzt, hört vor jedem Filmstart eine Rotor Film-Produktion: den Festivaltrailer, seit 2015 in leicht überarbeiteter Version. Nicht nur das Bild wird dank hochauflösender Technik brillanter, auch der Ton wurde im neuen 3D-Tonformat Dolby Atmos abgemischt – bei Rotor Film.

Zwitschernde Vögel, landende Hubschrauber, rasende Autos: Mit dreidimensionalen Tonformaten hören Kinobesucher genau, von wo nach wo etwas fliegt, fährt oder fällt. Mit ihnen lassen sich aufgezeichnete Töne – Geräusche, Musik oder Stimmen – nach Wunsch im Raum positionieren. Dafür werden nicht mehr sämtliche Lautsprecher einer Saalseite mit dem jeweiligen Ton bedient, sondern jede Box einzeln angesprochen. So entsteht ein natürliches und dreidimensionales Hörerlebnis.

2011 sind die Unternehmensgründer Holger Lehmann und Martin Frühmorgen, Absolventen der Filmuniversität Babelsberg, mit ihrer Firma nach Potsdam gekommen. „Aus dem Berliner Kellerstudio in die ältesten Großatelier-Filmstudios der Welt“, erinnert sich Lehmann. Dort, wo auch die DEFA, das volkseigene Filmunternehmen der DDR, ihre Tonabteilung hatte, mieteten die Tonmeister Atelierräume, Aufnahmestudios und drei Mischungen, darunter die größte Kinomischung Europas, insgesamt rund 1.800 Quadratmeter. Es ist die erste und bislang einzige Anlage, die beide 3D-Tonformate, sowohl Dolby Atmos als auch Auro-3D, installiert hat. Hier soll nun zukünftig die gesamte Postproduktion – Bild und Ton – für Kino- und Fernsehproduktionen stattfinden. Um sich für derartige Projekte besser aufzustellen, hat Rotor Film mit Unterstützung der Bürgschaftsbank Brandenburg rund 1,5 Millionen Euro investiert und das Kino mit neuer Technik ausgestattet, neben den 3D-Tonformaten auch mit einem Farbkorrektursystem.

„Deutschland 83“, eine achtteilige deutsche Fernsehserie um einen DDR-Grenzsoldaten, der als Spion in die Bundeswehr eingeschleust wird, war eine der Ersten, für die Rotor Film nicht nur die Tonmischung, sondern die komplette Nachbearbeitung übernommen hat.

www.rotor-film.de


Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH
Gabriele Köntopp 
Dr. Miloš Stefanović
Schwarzschildstraße 94
14480 Potsdam

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