Förderbeispiele

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Thamm, Bonn

Wie aus der Aushilfe die Firmenchefin wurde

Thamm

Mit 36 bot sich Jenny van Boxtel "die Chance meines Lebens": Der Firmengründer bot ihr die Geschäftsanteile der Thamm GmbH an. An der Gesamtfinanzierung des Kaufpreises hatte die Bürgschaftsbank NRW entscheidenden Anteil. "Ohne Bürgschaft hätte ich das Unternehmen niemals erwerben können."

Mit einem Aushilfsjob wollte die damals 20-jährige Jenny van Boxtel die Zeit bis zum Beginn einer Ausbildung überbrücken. Es war purer Zufall, dass zu jener Zeit die Thamm GmbH, ein auf großformatigen Digitaldruck spezialisiertes Unternehmen in Bonn-Beuel, eine Aushilfe für ihre Werbetechnik suchte und Jenny van Boxtel diesen Job bekam.

Der zweite Zufall trat knapp ein Jahr später ein: Eine Mitarbeiterin im Sekretariat wurde schwanger, und Firmengründer Andreas Thamm bot van Boxtel eine Festanstellung an. Zugleich riet er ihr zu einer branchennahen Ausbildung, die van Boxtel bis 1999 im Abendstudium zur Kommunikationswirtin absolvierte. Anschließend wurde die 23-Jährige Assistentin der Geschäftsleitung und verantwortete später als Abteilungsleiterin die Projektleitung, 2010 wurde sie in die erweiterte Geschäftsleitung berufen.
2012 entschloss sich Andreas Thamm, seine Firma zu verkaufen. Seine Geschäftsanteile bot er Jenny van Boxtel zum Kauf an: „Ich war sprachlos“. Auf ihre neue Rolle war van Boxtel bestens vorbereitet, Thamm hatte sie seit 2002 in alle strategischen Entscheidungen einbezogen: „Das war die Chance meines Lebens.“

Allerdings: Der deutlich siebenstellige Kaufpreis für das Unternehmen erforderte eine ausgeklügelte Finanzierungsstruktur, zumal van Boxtel nur geringe Eigenmittel im Vergleich zur Kaufsumme besaß. Das von einer Kölner Bank geschnürte Finanzierungspaket umfasste zwei Gründungskredite der NRW.BANK, ein sechsstelliges Darlehen aus dem ERP-Kapital für Gründung und den ebenfalls sechsstelligen Eigenmitteleinsatz van Boxtels. Entscheidenden Anteil am Zustandekommen der Gesamtfinanzierung aber hatte die Bürgschaftsbank: Sie ging für die beiden Darlehen der NRW.BANK ins Obligo und damit für den größten Finanzierungsanteil. „Ohne die Bürgschaft“, sagt Jenny van Boxtel, „hätte ich das Unternehmen niemals erwerben können.“ Seit Juli 2013 heißt die Inhaberin der Thamm GmbH Jenny van Boxtel. Mit 57 Mitarbeitern wird sie in diesem Jahr „knapp zehn Millionen Euro“ erwirtschaften.

1988 mit einem Folienplotter in einer Garage gegründet, arbeiten heute in den rund 4.000 Quadratmeter großen Hallen elf hochmoderne Digitaldruckmaschinen, die mit einer Bahnbreite von teilweise bis zu fünf Metern Textil und Vinyl, Selbstklebefolien, Papier und Leinwand, aber auch Glas, Stahl, Aluminium und Kunststoffplatten bedrucken können – je größer, desto eindrucksvoller. Einsatzgebiete sind der Messe- und Ladenbau, die Werbetechnik sowie Lkw-Beschriftungen. Das bedruckte Material kann der Auftraggeber sofort nutzen: „Der Kunde bekommt immer ein fertiges Produkt.“ Mit textilen und schallabsorbierenden Wandbespannungen aus dem Produktbereich Architektur will Jenny van Boxtel mittelfristig ein drittes, ausbaufähiges Geschäftsfeld erschließen.

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